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Der Thalhof

Der Thalhof in Reichenau an der Rax (Niederösterreich) übt seit Jahrhunderten eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf erholungssüchtige Denker/innen, Dichter/innen und Pioniere aller Art aus.

1652 wurde der Thalhof erstmals als Landgut erwähnt, das sein Besitzer Ignaz Waissnix innerhalb weniger Jahre zu einem beachtlichen Gastbetrieb mit all dem damals nötigen Komfort ausbaute.

In der Biedermeierzeit pflegte das Bürgertum zu reisen und der Thalhof zählte bald zu einem der gefragtesten Spitzenhotels. Die Beschreibungen des Ortes und seiner Umgebung dominierten die Reiseliteratur. Neben Mitgliedern des Adels logierten auch Staatsmänner, Dichter und Schauspieler im Thalhof, was durch Einträge im Fremdenbuch des Thalhofes  aus 1832 belegt ist.

Ab 1853 waren die Waldgebiete rund um Reichenau den königlichen Jagden vorbehalten. Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth unternahmen mehrere Jagdreisen nach Reichenau und stiegen stets im Thalhof ab.

Auf Anregung des Wiener Dermatologen Ferdinand Hebra wurde der Thalhof im Jahre 1865 um die Kaltwasserheilanstalt „Rudolfsbad“ erweitert, einen stattlichen dreigeschoßigen Bau. Das Gelände zwischen Thalhof und Rudolfsbad wurde durch den Wiener Landschaftsgärtner Franz Erban neu gestaltet und verschiedene Kurwege wurden angelegt.

Der Thalhof und die Kuranstalt erfreuten sich innerhalb und außerhalb der Monarchie größter Beliebtheit, sodass bis 1890 zusätzlich villenartige Dependancen errichtet wurden und der Thalhof zum Grand Hotel ausgebaut wurde. In dieser Zeit traf sich dort die künstlerische und intellektuelle Elite, hier führten Wissenschaftler ernsthafte Gespräche, Künstler fanden neue Inspiration, Geschäfte wurden abgeschlossen und so manche Romanze fand ihren Anfang. Durch die Beziehung der Thalhof-Gastgeberin Olga Waissnix mit dem Schriftsteller Arthur Schnitzler fand der Thalhof Eingang in die Fin-de-siècle-Literatur. Mit ihrem frühen Tod geht das goldene Zeitalter des Thalhofs zu Ende.

Der Kurbetrieb im Rudolfsbad wurde 1906 eingestellt und direkt auf den Thalhof verlegt. Dazu wurde der östlichste Gebäudetrakt zum „Thalhof Kurhaus“ umgebaut.

Auf Betreiben von Karl Wittgenstein, einem häufigen Thalhofgast, konnte unter anderem Carl Otto Czeschka, einer der wichtigsten Vertreter der Wiener Werkstätte, für den Umbau 1906 gewonnen werden.

Im ersten Weltkrieg wurde im Hotel ein Lazarett eingerichtet, im zweiten ein Forschungsinstitut für die Heeresverwaltung. Die Besatzung hinterließ schwere Devastierungen, von denen sich die Gebäude nur schwer erholten. Der Großteil der Hotelzimmer und das Rudolfsbad wurden zerstört.

Das Gebäude-Juwel wurde mit viel Liebe und Sorgfalt revitalisiert und bietet charmante Aufenthaltsmöglichkeiten mit einem Hauch von Luxus.

Moderne Appartements mit mondänem Flair erwarten Erholungssuchende in historischem Ambiente für kurze oder auch längere Aufenthalte.

Hier wird wieder geschrieben, geredet, philosophiert, geflirtet, gespielt, gelebt und geliebt.

Hier werden Körper, Geist und Seele wieder erfrischt von der wunderbaren gebirgigen Landschaft, den prächtigen Mischwäldern, der guten Luft und dem besten Wasser – eine Autostunde von Wien entfernt.

An diesem geschichtsträchtigen Ort, in dieser malerischen Kulisse bilden Kunst „Thalhof wortwiege und Verweilen „Thalhof kurhaus“ wieder eine natürliche Symbiose.